JugendSchachVerlag, hardcover, Deutsch, ISBN: 78-3-00-024594-7, 200
Seiten, 2009.
Großmeister Artur Jussupow:
Das Buch ist sehr schön geworden und enthält
viele interessante Informationen. Diese Chronik des großartigen Ereignisses
gefällt mir u.a. deshalb, weil sie lebendige Einblicke in das olympische Turnier
in Dresden gibt und durch schöne Fotos glänzt. Ich glaube, so muss heute ein
Turnierbuch aussehen. Auch die historischen Rückblicke auf die Schacholympiaden
in Deutschland sind gelungen. Das waren echte Highlights, die aus verschiedenen
Blickwinkeln beleuchtet wurden. Es ist auch gut, dass verschiedene Generationen
wie Wolfgang Uhlmann und Elisabeth Pähtz mit ihren Erinnerungen zu Wort kommen.
Es war eine Freude für mich, an dem Buch als Kommentator mitzuwirken und auch
eine eigene Partie aus meiner "olympischen Schachpraxsi"
beizusteuern.
"Wir spielen eine Sprache"
Rezension zum offiziellen
Turnierbuch der Schacholympiade 2008
Die 38. Schacholympiade, die vom 12.
bis 25.November 2008 in Dresden im Internationalen Congress Center direkt am
Elbufer stattfand, ist Geschichte. Geblieben sind vor allem zwei Dinge:
Zum
einen die lebendigen Erinnerungen derjenigen, die direkt dabei sein durften. Ob
als einer der 1.270 Olympioniken aus fast 150 Nationen, ob als aktiver
Teilnehmer an einem der zahlreichen Begleitturniere oder als einer der aus Nah
und Fern angereisten schachbegeisterten Besucher.
Und zum anderen das
offizielle Turnierbuch "Schacholympiade Dresden 2008".. Für diejenigen, die in
Dresden dabei waren, ist es eine nochmalige Illustration des Erlebten. Für
diejenigen, die nicht dabei sein konnten, ist es eine einmalige Lektüre. Sie
vermittelt den Eindruck, als ob man doch dabei gewesen wäre. Herausgegeben vom
Deutschen Schachbund, repräsentiert von seinem Präsidenten, Prof. Robert von
Weizsäcker, und seinem Stellvertreter, Dr. Matthias Kribben - gleichzeitig
Präsident des Berliner Schachverbandes -, entstand unter der Gesamtleitung von
Dagobert Kohlmeyer ein bemerkenswertes Buch.
Es ist jedem Schachfreund nur
wärmstens zu empfehlen. Das herausragende Engagement von Dagobert Kohlmeyer, der
das Buch mit 28 kurzweiligen und inhaltsreichen Textbeiträgen und zahlreichen
hochwertigen Farb- und Schwarz-Weiß-Fotos selbst maßgeblich mitprägte, hat ihn
ein weiteres Mal als begnadeten Schachjournalisten und Fotografen
ausgewiesen.
Einleitend erfährt der Leser, was die Schachmetropole Dresden
ausmacht und welcher Weg zurückgelegt werden musste, um Olympiastadt zu
werden.
Der Hauptteil des Buchs schließt sich an. Die elf Runden im offenen
Turnier der Nationen (Herren) und im Damenturnier sind mit interessanten und
spannenden Partien illustriert und kommentiert. Unterhaltsames und Lehrreiches
zu Spielern, Partien und Nationen wechseln sich kurzweilig ab und lockern den
Turnierverlauf auf.
Ein geschichtlicher, aber nicht trockener Rückblick auf
die Schacholympiaden, die bisher auf deutschem Boden stattfanden, weitet den
Blick für das Historische. Hamburg 1930, München 1958, Leipzig 1960, Siegen
1970. Beim Nachzeichnen der langen Traditionen muss man nicht bis zum ersten
deutschen Schachweltmeister Emanuel Lasker zurückgehen. Zu allen Olympiaden
(außer der Hamburger, die fast 80 Jahre zurückliegt) hat Dagobert Kohlmeyer
Zeitzeugen befragt, darunter die Schachlegenden Boris Spasski, Wolfgang Uhlmann
und Andreas Dückstein.
Auf 22 Seiten am Ende des Buches findet der Leser alle
Ergebnisse und Statistiken der Olympiade präzise und übersichtlich
zusammengefasst.
Als zusätzlicher Kick gehört zum Olympiade-Buch eine
begleitende DVD-ROM. Das ist zeitgemäß und bisher für ein solches Buch einmalig.
Der Informationsgehalt der DVD ist überwältigend. Neben vielem anderem
Wissenswerten enthält sie alle im Verlaufe der Olympiade 2008 gespielten Partien
zum Nachspielen und Analysieren. Darüber hinaus sind auch noch die Partien der
Schacholympiaden von 1930, 1958, 1960 und 1970 enthalten. Die DVD ist mit
umfangreichen Suchfunktionen ausgestattet, was nach kurzer Eingewöhnung ein
bequemes Navigieren durch die Inhalte ermöglicht.
Um sich den opulenten
Inhalt des Buchs "Schacholympiade Dresden 2008" voll erschließen zu können,
braucht man jedoch etwas Zeit.
Die technische Ausfertigung des kartonierten
Bandes ist hochwertig und tadelsfrei.
Den Kauf des Werkes, der mit
24,95 EUR zu Buche schlägt, wird bei diesem ausgezeichneten
Preis-Leistungs-Verhältnis garantiert kein Schach-Enthusiast bereuen.
Dr.
Helmut Pöltelt