Erleben Sie die kuriose und heitere Seite des
Schachs!!!
Seit Ur-Zeiten messen Menschen ihre Kräfte,
körperlich und geistig. Schach nimmt dabei unter
den intellektuellen Spielen
einen besonderen Platz ein.
Dagobert Kohlmeyer, Deutschlands berühmtester
Schach-Reporter, widmet sich nicht allein
der strengen Logik des "Spiels der
Könige". Er zeigt legendäre und nachspielbare Situationen.
Erstaunliche
Anekdoten kreisen rund um die ganz großen Schach-Stars.
Hochwertige
Schachdiagramme setzen den Leser auf anschauliche Weise ins Bild, als würde
er
die legendären Spielzüge live am Brett verfolgen.
Der preisgekrönte
Schachspezialist hat als Reporter alles erlebt: Beim Kampf zweier
Schachspieler
kommen mitunter die seltsamsten Dinge vor. Es gibt Irrungen und
Wirrungen, Komödien
und Tragödien rund um die Stars der Schachwelt. Ob
berühmte Reinfälle oder geniale
Momente - Kohlmeyer packt (aus). Auch
auf brandaktuelle Spielsituationen darf man gespannt
sein.
Dagobert Kohlmeyer ist Deutschlands bekanntester
Schachreporter. Seit vielen Jahren berichtet er in Wort und Bild von WM-Kämpfen,
Olympiaden und Turnieren der Schach-Elite.
Der Berliner schrieb 16
Schachbücher und übersetzte mehr als 40 Titel aus dem Russischen ins Deutsche,
u.a. von Smyslow, Karpow, Kasparow und Kortschnoi. Kohlmeyers Fotografien
von
den großen Schachevents sind in ganz Europa gefragt. 2006 wurde er mit dem
Deutschen Schachpreis ausgezeichnet.
Titel: "Schach kurios" von Dagobert Kohlmeyer
Schach – das Spiel der Könige, Schach – ein königliches Spiel! Seit
Jahrhunderten kennen Millionen Menschen diese Definitionen --- und dann kommt da
im Jahr 2012 ein Buch daher mit dem Titel „Schach kurios“. Passt das überhaupt?
Ich war sehr neugierig und darf schon an dieser frühen Stelle meiner Rezension
meine Begeisterung für dieses ca. 160 Seiten umfassende Paperback-Buch
kundtun.
Der Autor Dagobert Kohlmeyer (geb. 23.05.1946 in Jena) ist Journalist,
Fotograf, Übersetzer und außerdem wohl Deutschlands bekanntester Schachreporter,
der von zahlreichen WM-Kämpfen, Olympiaden und höchstdotierten Schachturnieren
in Wort und Bild umfassend berichtet hat. Mit seiner Buchveröffentlichung im
Marlon-Verlag hat er sich eines Themas angenommen, das nicht nur die "seriösen"
Seiten des Schachspiels beleuchtet, sondern er deckt ein breites Feld an
Seltsamkeiten ab, die bei Brettzweikämpfen durchaus entstehen können – und wie
Kohlmeyer aufzeigt – unterlaufen diese sogar den Größten der Zunft mit mehr oder
weniger großer Regelmäßigkeit.
Bei der Lektüre dieses Büchleins (das ich übrigens in rund zwei Tagen nahezu
"verschlungen" habe) hatte ich sehr oft ein breites Schmunzeln ob der
geschilderten Kuriositäten, Irrtümer, Komödien / Tragödien am und abseits des
Schachbrett(s) auf den Lippen. Ich habe selten bisher so viel Humor und
lesenswerte Anekdoten in einem einzigen Buch zum Thema "Schach" vorgefunden –
eine wahre Fundgrube für erstklassige Unterhaltung. Der einzige Wermutstropfen
war für mich die Tatsache, dass nach 160 Seiten kurzweiliger Unterhaltung schon
Schluss war...
Sehr gut ist meines Erachtens auch der konzeptionelle Aufbau gelungen:
Spielsituationen am Brett (dargestellt mit Hilfe zahlreicher Diagramme) wechseln
sich kontinuierlich ab mit Anekdoten und Geschichten, die abseits der
Turnierbretter stattgefunden haben und uns Leser deutlich erkennen lassen, dass
unsere Schachgrößen in manchen Lebenssituationen auch nur "einfache" Menschen
sind, denen ein Fauxpas durchaus unterlaufen kann.
Ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis mag dies verdeutlichen:
"Geniale Momente – Berühmte Reinfälle – Zugzwang – Königsmärsche –
Geometrische Motive – Listige Springer – Überdeckung" sind Themen, die sich
konkret auf Situationen am Brett beziehen. Zu jedem genannten Beispiel gehört
ein Diagramm und natürlich der "Aussetzer", sowie die eigentlich richtige
Fortsetzung. Wer möchte, kann sich mit Hilfe dieser Form der Darstellung sogar
kombinatorisch schulen oder prüfen lassen – man muss nur die Lösungen oder
Hinweise verdecken, um zu erfahren, wie es mit dem eigenen "Schachauge" steht.
Tappt man in die gleiche Falle oder hat man den schachlichen Weitblick, um nicht
hineinzutappen?
Wer sich nun ernsthaft fragt, ob mancher Lapsus nicht hätte vermieden werden
müssen, darf nicht übersehen, dass wir hier Beispielpartien auf höchstem Niveau
von berühmtesten Schachgrößen vorgeführt bekommen. Und vermutlich ist es genau
das, was den eigentlichen Reiz der Darstellung ausmacht: nicht "Karlchen
Lehmann" oder "Käthe Schmitz" machen den vermeintlich dummen Fehler, sondern es
sind gestandene Welt- und Großmeister, denen diese schrecklichen Fehler sehenden
Auges unterlaufen. Von der Situation her erscheint mir das Ganze ein bisschen
wie "Versteckte Kamera" mit Prominenten zu sein.
Abgerundet wird die Partieauswahl durch weitere Kapitel mit Titeln wie
"Anekdoten – Schach-Stories – Fälle des Jahres (auch mit Diagrammbeispielen)",
in denen wir Amüsantes abseits des Brettes genießen können. Unvergesslich die
Schilderungen eines Wolfgang Uhlmann, der manches Mal Reise- und Gepäckprobleme
erleben durfte. Eine kleine Anekdote, die mir persönlich besonders gut gefallen
hat und meiner besten Leselaune zuträglich war, darf ich hoffentlich komplett
zitieren (sie steht im Büchlein auf Seite 90):
>> Bei der USA-Meisterschaft 1957 gewann James Sherwin in den ersten
Runden alle Partien. Großmeister Samuel Reshewsky, der das Gleiche tat, sagte zu
ihm: "Nun muss ich Sie wohl stoppen." – "Vielleicht stoppe ich Sie ja?" bekam er
zur Antwort. Reshewsky: "Nicht in einer Million Jahren!" Sherwin gewann die
Partie. Hinterher murmelte er beiläufig: "Wie doch die Zeit vergeht..."
<<
Fazit: Wer solche Kuriositäten und Bonmots mag, der wird mit
der Lektüre dieser Paperback-Ausgabe seinen hellen Spaß haben. Aber auch
derjenige, der in Schachdiagrammen schwelgen möchte, um am eigenen Brett
nachspielen zu können, in welche "Fettnäpfchen" unsere Schachgrößen traten, wird
sich ganz sicher am Dargestellten erfreuen.
Ich spreche höchstes Lob für Dagobert Kohlmeyer aus, dem es glänzend gelungen
ist, dem vermeintlich trockenen "Spiel der Könige" humorvolle, unterhaltsame
Leckerbissen zu entlocken. Dieses Büchlein wird einen Ehrenplatz in meinem
Schachregal erhalten. Die Investition von knapp 15,-- Euro ist vermutlich für
gute Unterhaltung nicht der Rede wert.
Danke an Euro Schach Dresden GmbH & Co. KG für das kostenlose
Rezensionsexemplar.
Heinz-Willi Jansen (stellv. Schulleiter an der Kath. Hauptschule Stadtmitte
in Mönchengladbach)