JugendSchach Verlag, Deutsch, 173 Seiten, 3. Auflage 2009.
Rezension des Buches:
Andreas Hauschild: Grundkurs
Schach
Geschrieben von Frank Große
Freitag, 09 September 2005
Die
Olympiade
2008 wirft Ihre Schatten bereits voraus und nicht nur die Stars sind das
Aushängeschild dieser Mega-Veranstaltung, nein, Verbände, Vereine und
Schulgruppen sehen die Chance ihren Bekanntheitsgrad zu steigern und vor
allem neue Anhänger des Spiels zu finden. Die beiden hier vorgestellten Hefte
von
Andreas Hauschild "
Grundkurs Schach:
Schachtrainerlehrgang für die Grundschule" und "
Grundkurs
Schach: Schachtrainerlehrgang für die Klassen 5 und 6" sollen dabei den
jungen Sportfreunden helfen den Weg zu Brett und Spielfigur zu finden.
Der Autor und die Aktion
"Schulschach"
Die
Deutsche
Schulschach Stiftung (DSS) hat das löbliche Ziel Schach in der Schule zu
etablieren und möchte dabei Erfahrungen und Kenntnisse vermitteln, die sich
prinzipiell herauskristallisieren. Ich möchte die wichtigsten nennen (Details
können
hier nachgelesen werden):
Förderung des
Aufnahmevermögens, der
Auffassungsgabe, des
spielerischen
Elements, das
Erzielen von Rückschlüssen auf die
Charaktereigenschaften und dabei entstehende
Persönlichkeitsbildung.
Andreas Hauschild hat sich zwei Jahre intensiv mit
Grundschülern aus dem Raum Stade befasst und daraus ein Konzept erarbeitet,
welches 30 Stunden in Anspruch nimmt. Nach Empfehlung des Autors ist
dabei ein Wochenpensum von 2 Stunden pro Woche günstig. Somit wird dem Übenden,
aber auch primär dem Übungsleiter ein Handwerkzeug für ca. ein halbes Jahr
gegeben - da man zur Auflockerung sicherlich auch Stunden der freien Gestaltung
einstreuen möchte und nicht stur am Lehrbuch festhalten will. Der Lehrer erhält
zu jeder Unterrichtseinheit Hinweise zur Vermittlung und Gestaltung der
Lerneinheit des entsprechenden Themas. Dies als Grundlage hat mir gut gefallen
und kein Lehrer wird daran gehindert hier seine Ideen einzubringen ("Raum" für
Notizen ist an den entsprechenden Stellen bereits vorgesehen).
Bei beiden Heften (DIN-A4) ist mir sofort positiv aufgefallen,
dass diese bereits eine Lochung vorweisen und sich somit sehr gut eignen in
einem Hefter oder Ordner abgelegt zu werden und durch weitere Arbeitsblätter,
Notizen etc. zu ergänzen. Bedenkt man, dass die Kinder heutzutage oft schon
überfüllte und schwere Schulranzen mit sich tragen würde ich den Kindern
empfehlen, dass man das Deckblatt vom Heft trennt und nur die gerade aktuellen
Übungsstunden in einem Hefter bequem mit sich trägt. Der komplette Band - sollte
für eventuell notwendiges Nachschlagenmüssen - beim (Schach)-Lehrer vorrätig
sein. Da kommt gleich der für manche Übungsleiter kritische Part: die Hefte
bestehen im Prinzip aus 3 Teilen und das Schülermaterial soll (hier ausdrücklich
erwünscht!) vom Lehrer für die Schüler kopiert und in der jeweiligen
Unterrichtsstunde ausgeteilt werden. Ob dieser Aufwand sich finanziell wie auch
arbeitstechnisch rentiert oder die Lernenden einfach das Heft ebenfalls erwerben
und die entsprechenden Seiten zum Kurs mitbringen sollte jeder Trainer/Lehrer
selbst entscheiden ...
Grundkurs Schach - Schachtraining für die
Grundschule
Das Heft umfasst über 140 Seiten und ist aufgrund der
Titelgebung "Grundschule" für die Klassen 1-4 interessant.
Die Richtwerte für den zeitlichen Rahmen gestalten sich folgendermassen
(Stundenangaben in Klammern):
Schachbrett, Figuren und Bauern in der
Grundstellung (1)
Die Gangart aller Steine, das
Matt (4)
Der Tausch von Steinen, ihre Wertigkeit
(2)
Wie man eine Schachpartie eröffnen
sollte (2)
Einfache Pläne (6)
Taktikübungen -
Mattangriffe (6)
Taktische
Grundelemente (4)
Wettkämpfe in der AG (5)
Gut gefallen hat mir, dass an den Vordruck für eine Urkunde gedacht
wurde. Diese wirkt sicherlich motivationssteigernd! Beim Thema "Wettkämpfe
außerhalb der AG-Zeiten" kommt es insbesondere auf den Betreuer, die Eltern usw.
an. Hier ist m.E. turniererfahrener Betreuer angebracht. Im Anhang finden
sich das Bauerndiplom des
DSB, ein kleines Schach-Lexikon, die FIDE-Regeln,
Paarungstabellen für das Rundensystem + Schweizer System (damit können kleine
Turniere innerhalb der Übungsgruppe auch von
weniger erfahreren Betreuern durchgeführt werden) und die Adresse der
Deutschen
Schachjugend.
Grundkurs Schach - Schachtrainerlehrgang für die Klassen 5
und 6
Analog dem Grundkurs für die Grundschule soll mit diesem Lehrmaterial
der Lehrstoff für die etwas ältere Lehrstufe durchgeführt werden und wurde
entsprechend angepasst. Der Umfang erstreckt sich über 170 Seiten und
umfasst zusätzliche Kapitel.
Die Richtwerte für den zeitlichen Rahmen gestalten sich in dieser
Jahrgangsstufe so (vergleichen Sie hierzu auch die Angaben zur jüngeren
Generation weiter oben, Stundenangaben in Klammern):
Schachbrett, Grundstellung und Gangart der zentralen
Figuren (1)
Schach und Matt - Gangart der anderen
Steine (2)
Der Tausch von Steinen, ihre
Wertigkeit (1)
Wie man eine Schachpartie eröffnen
sollte (2)
Einfache Pläne (6)
Der Angriff auf
den König (6)
Taktische Grundelemente (4)
Die
Berechnung forcierter Varianten (3)
Wettkämpfe in der
AG (5)
Warum sich ein 5. oder 6.-Klässler nicht über eine Urkunde freuen
sollte und der Vordruck weggelassen wurde bleibt mir etwas rätselhaft.
Zusätzlich ist noch das Turmdiplom hinzugekommen und die FIDE-Regeln befinden
sich ebenfalls auf dem Stand von 1997. Als "wichtige Adressen" werden hier auch
die Ansprechpartner der Landesverbände für Jugend- und Schulschach erwähnt.
Alles weitere analog dem"Grundkurs Grundschule".
Fazit
Die Resonanz auf die vorliegenden Arbeitsmaterialen sind bereits
positiv aufgefallen (zwischenzeitlich waren die Arbeits- und Übungsblätter gar
ausverkauft) und viele Schulschachgruppen gestalten ihren Trainingsplan nach
diesem Konzept (z.B.
Schach-AG-RST,
Schulschachpatent Hessen). Genauso trifft dies aber auch auf
die Nachwuchs"truppen" bei Vereinen zu, da hier der leitende Übungsleiter meist
ebenfalls händeringend nach einer aufbaufähigen Grundlage sucht um dem
Vereinstraining für Kinder ein gewisses Niveau zu verleihen. Ich bin der
Meinung, dass dem Autor ein systematisches Arbeitswerk gelungen ist, dass aber
noch genügend Spielraum für individuelle Einarbeitungen + Ideen zulässt,
sodass dadurch in Zukunft noch mehr Bilder dieser Art möglich
sind.
Die Art und Weise der Vermittlung hat mich überzeugt und natürlich
macht ein gutes Lehrmaterial noch keinen entsprechenden Lehrer, aber es ist
vielleicht der Anfang auf dem Weg dahin ...
Original
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Rezension: Andreas Hauschild: Grundkurs Schach auf
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