Beyer Verlag, hardcover, Deutsch, ISBN: 978-3-88805-483-9, 238
Seiten, 2. Auflage 2007.
Die Popularität des Damengambits reicht zurück bis Mitte des 19.
Jahrhunderts. Besonders nach den Weltmeisterschaftskämpfen zwischen Steinitz und
Zukertort (1886) und später zwischen Steinitz und Lasker (1894) wurde es sehr
tiefgehend analysiert.
Schon damals wurden viele bedeutende strategische und taktische Ideen
geboren, deren praktische Erforschung und Verfeinerung in der Großmeister-Praxis
bis heute anhält. Das Damengambit ist inhaltlich zu
umfangreich, um alle Varianten ausführlich in einem Buch vorzustellen. Deshalb
finden Sie in dieser Arbeit die wichtigsten Nuancen dieses Gambits in einer
ausführlichen Einführung sowie 21 Kapiteln und 50 Beispielpartien.
Das Damengambit umfasst eigentlich grundsätzlich alle Fortsetzungen, die sich
nach den Zügen 1.d4 d5 2.c4 ergeben können. Es werden heutzutage häufig in der
Turnierpraxis auch andere Fortsetzungen, wie 2.Sf3, 2.Lf4 usw. angewandt, die
mit Zugumstellung zu den Hauptvarianten des klassischen Damengambits führen
können. Es können auch nach diesen Zügen selbständige Varianten entstehen, die
einen eigenen Namen haben: Damenbauerspiele. In der modernen Eröffnungstheorie
werden sie sehr oft zur großen Familie von Damengambit eingestuft. Auch in
diesem Buch hat der Autor sie berücksichtigt.
Die Popularität des Damengambits reicht zurück bis in die Mitte des
19.Jahrhunderts. Besonders nach den Weltmeisterschaftwettkämpfe zwischen
Steinitz und Zukertort (1886) und später zwischen Steinitz und Lasker (1894)
wurde es sehr tiefgehend analysiert. Schon damals wurden viele bedeutende
strategische und taktische Ideen geboren, deren praktische Erforschung und
Verfeinerung in der Großmeister-Praxis bis heute anhält.
Das Damengambit gilt gegenwärtig als eine der solidesten Eröffnungen und ist
sehr populär bei den Spielern aller Klassen. Seine ursprüngliche Idee ist
geradlinig: Mit dem Angriff gegen den schwarzen Spitzenbauern strebt Weiß nach
der Kontrolle des Zentrums und - auf dieser Grundlage und oft bei der ersten
Gelegenheit - nach einem Mattangriff auf den feindlichen Monarchen. Es entstehen
auch verschiedene Bauernstrukturen, die genaue strategische Planung des Spiels
verlangen. Zu den bekanntesten gehören: Isolierte Bauern, Hängende Bauern,
Minoritätsangriff usw. Eine ausführliche Analyse dieser strategischen Probleme
überschreitet den Umfang dieser Arbeit, aber ich werde im Teil Bauernstrukturen
im Damengambit diese Problematik allgemein besprechen.
Dem Schwarzen stehen im Damengambit eine Reihe von Verteidigungssystemen zu
Gebote, z.B. 2...c6 (Slawische Verteidigung), 2...e6 (klassische Verteidigung
bzw. abgelehntes Damengambit), 2...dxc4 (angenommenes Damengambit) und viele
andere. Ich versuche alle die wichtigsten Abspiele hier zu besprechen.
Das Damengambit ist inhaltlich zu umfangreich, um alle Varianten ausführlich
in einem Buch vorzustellen. Das wäre praktisch unmöglich. Deshalb finden Sie in
dieser Arbeit nur - meiner Meinung nach - die wichtigsten Nuancen dieses Gambits
in einer ausführlichen Einleitung, 21 Kapiteln und 50 Beispielpartien. Dieses
Material soll Ihnen helfen, allgemein die strategischen und taktischen Probleme
des Damengambits kennenzulernen. Wenn Sie sich mit einer Eröffnung tiefer
auseinandersetzen wollen, dann müssen Sie zur Spezialliteratur greifen. Ein
ausführliches Literaturverzeichnis befindet sich am Ende des Buches.
Und abschließend möchte ich auf unbeabsichtigte Fehler in Varianten bzw.
Analysen hinweisen, die sich natürlich einschleichen können. Im Falle, solche
Ungenauigkeiten gefunden zu haben, schreiben Sie bitte an den Verlag.
Konstruktive Kritik und Empfehlungen sind immer willkommen! Und nun wünsche ich
Ihnen viel Vergnügen beim Studieren dieses Buches und hoffe, dass es Ihnen
hilft, Ihre Spielstärke auf diesem Bereich deutlich zu verbessern.
Jerzy Konikowski, FIDE-Meister
Rezension:
Dieses Buch bietet einen kompletten Überblick zum Thema
Damengambit, einschließlich Theorie und ausgewählten Musterpartien. Der Autor,
Jerzy Konikowski, ist ein erfahrener Trainer und hat bereits zahlreiche Bücher
und Artikel über Schach verfasst.
Der Autor führt den Leser durch die zahlreichen Varianten und Systeme des
Damengambits ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen, daraus ergibt sich auch die
Schlussfolgerung, dass man nicht allzu viel Tiefgang erwarten sollte. Vielmehr
präsentiert Konikowski typische Pläne, oft vorkommende Strategien, anschauliche
Meisterpartien und einen theoretischen Überblick der sich an einer Spielstärke
irgendwo zwischen 1800 und 2000 orientiert.
Sehr gut gefallen hat mir die
Einleitung, hier werden die Grundgedanken dieser Eröffnung plausibel erläutert
und wichtige Strategien vorgestellt. Der theoretische Teil des Buches bereitete
mir etwas Kopfschmerzen, etwas unübersichtlich präsentierten sich dort die
Varianten, vielleicht wäre eine tabellarische Übersicht besser gewesen, ähnlich
der ECO, im Großen und Ganzen aber in Ordnung. Der Partienteil überzeugt mit 50
gut gewählten Musterpartien und einer zufrieden stellenden
Kommentierung.
Insgesamt gesehen, bietet das Buch ein gutes Rüstzeug für eine
erfolgreiche Anwendung des Damengambits.
Martin Rieger, November 2008
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