Titel: „Zeitschrift JugendSchach"
Nachdem ich für meine Schule auf der Suche nach Möglichkeiten für eine
umfangreiche, jedoch kostengünstige Anschaffung an Schachmaterialien war, stieß
ich bei meinen Recherchen, die mich auch auf die Anbieterseite www.euroschach.de führten, u. a. auf eine
Zeitschrift mit dem Namen "JugendSchach" (ja, tatsächlich ohne Lücke), die
meines Erachtens gerade für Schulschach sehr interessant sein dürfte. Es handelt
sich um Monatshefte, die schon seit etlichen Jahren erscheinen (www.euroschach.de/JugendSchach).
Der aktuelle Stückpreis (Februar 2013) beträgt 3,50 Euro, das Jahres-Abo kostet
36,60 Euro, es gibt ein 3-monatiges Probe-Abo zu 5,95 Euro und der Anbieter
räumt auf Nachfrage Sammel-Abos zu noch günstigeren Preisen ein.
Im Folgenden möchte ich daher einmal anders als bisher - meist wurden
Trainings- / Lehrgangs-DVDs beurteilt - mich intensiver mit der genannten
Zeitschrift auseinandersetzen.
Zuerst eine relativ banale, aber nicht überflüssige Bemerkung: Die Hefte im
Din-A4-Format mit einem Umfang von etwas mehr als 40 Seiten lassen sich ohne
weiteres problemlos in Schul- oder Lehrertaschen transportieren, so dass es kein
logistisches (!) Problem sein dürfte, sie bei Notwendigkeit einstecken zu können
und damit verfügbar zu haben. Der strukturelle Aufbau scheint in den Heften
gleich zu sein, nur dass aufgrund von Aktualität oder Schwerpunktsetzung Inhalte
variieren können. Auf jeden Fall hat das Layout hohen Wiedererkennungswert und
hilft dem unerfahrenen Lernenden, nicht die Orientierung zu verlieren.
Allgemein gesagt verfügen die Monatshefte über stets die gleichen Rubriken:
- Aktuelles
- Schachserien
- Jugendschach-Terminkalender
- DSJ- Forum
Im Bereich "Aktuelles" befinden sich zum Monat passende Berichterstattungen
über hervorzuhebende Ereignisse / Veranstaltungen. Das kann z. B. ein
detaillierter Bericht über größere Jugendschach-Turniere, die Deutsche
Ländermeisterschaft (jeweils mit kompletten Ergebnisübersichten) oder auch die
Jugendweltmeisterschaft sein. Das Besondere an diesen Artikeln ist jedoch die
qualifizierte Analyse herausragender Partien, so dass sich ein Nachspielen der
vorgestellten Partien nicht nur zu einem oberflächlichen Zeitvertreib entwickelt
- hier wird dem Trainer / Lehrenden anschaulich gedeutetes Material für sein
eigenes Training / seinen eigenen Unterricht dargeboten.
Der Bereich "Schachserien" ist meines Erachtens DAS Highlight der
Zeitschrift. Hier gibt es zahlreiche Übungen mit Diagrammen (mit weiter hinten
stehenden Lösungen), die sich mit schachtaktischen Zielsetzungen ( Matt in 1, 2
Zügen, Vorteilsverschaffung in 1, 2 Zügen, Taktik für Fortgeschrittene...) nach
der Methode des Schachlehrers Paul Gaffron beschäftigen. Auch strategische
Überlegungen mit ausführlicher Anleitung in Verbindung mit weiteren Diagramm
gestützten Aufgabenstellungen liegen in Fülle vor. Beispielhaft genannt seien
Themen wie: Weißer Bauer auf e5, Rochadeangriff, Angriffspläne entwickelt aus
der Französischen Verteidigung, dem Königsindischen, dem Sizilianer u. a.
Ergänzend befindet sich in einzelnen Heften noch eine sogenannte "Kombiecke",
der Name verrät, um was es geht.
Der Bereich der Regeln kommt keinesfalls zu kurz, auch dieser Exkurs kann
durchaus hilfreich für die betreuenden Personen sein. Rezensionen bekannter DVDs
vorwiegend aus dem Hause ChessBase und Beiträge zur Schachdidaktik runden diese
zweite Rubrik gelungen ab.
Die Bereiche "Terminkalender" und "DSJ-Forum" werden redaktionell von der
Deutschen Schachjugend (www.deutsche-schachjugend.de)
betreut und geben Interessenten und Mitgliedern einen schnellen Überblick über
Vorhaben, Zielsetzungen und Entwicklungen.
Fazit: Die vorgestellte Monatszeitschrift
"JugendSchach" bietet ein interessantes Schulungsmodell, was dem Schachspielen
in Schule sehr entgegenkommt. Gerade der Bereich der Schachserien ermöglicht es,
gruppenbezogenes Lernen, aber auch Einzelbetrachtung in seinen Unterricht oder
sein Training einzubeziehen. Hier kommt keine Langeweile auf, die Sprache ist
klar, deutlich und keinesfalls schwer verständlich. Mancher Jugendliche wird
möglicherweise diese Hefte auch Zuhause gerne wieder aufgreifen. Sehr
empfehlenswert!!!
Heinz-Willi Jansen (stellv. Schulleiter an der Kath. Hauptschule Stadtmitte
in Mönchengladbach)