Tim Martin: Schachtaktik Jahrbuch 2013

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Tim Martin: Schachtaktik Jahrbuch 2013

JugendSchachVerlag, hardcover, Deutsch, ISBN: 978-3-00-039426-3, 160 Seiten, 2012.

Der bekannte Schachautor und Taktikspezialist Tim Martin führt den Leser nach einem Rückblick ins Jahr 1912 durch das Geschehen des Schachjahres 2012.

Dieses war besonders angefüllt mit hochkarätigen Ereignissen:
Weltmeisterschafts-Matches der Männer und Frauen, Schach-Olympiade Istanbul und Top-Turniere, in denen geniale Meister um die Weltspitze kämpften.

Der Autor stellt die besten Kombinationen aus diesen Ereignissen ausführlich kommentiert vor und präsentiert dem Leser in den Rubriken:
"Bundesliga & andere Mannschaftskämpfe aus nah und fern";
"Deutsche Meisterschaften";
"Open - Turniere";
"Schach international";
"Jugendschach"  und
"Seniorenschach"
ausgewählte Kombinationen zum Lösen, Lernen und Genießen.

Mit ca. 370 Stellungen ist dieses Buch die größte Sammlung brandaktueller
Schachtaktik auf dem Markt und bietet Lesern aller Spielstärke unterhaltsame und lehrreiche Beispiele, die auch das eigene Spiel verbessern können.

Titel: "Schachtaktik - Jahrbuch 2013" von Tim Martin

Nun schon im dritten Jahr haben der bekannte Autor Tim Martin (u.a. Herausgeber der Reihe "Der Schachtrainer") und der JugendSchach Verlag Dresden ein aktuelles Schachtaktik-Jahrbuch herausgebracht. Diesmal sogar mit Anfang November wesentlich früher als in den Vorjahren und so wird das Buch wohl unter manchem Weihnachtsbaum landen und vielen Schachfreunden trübe Wintertage mit kombinatorischem Glanz aufhellen.

Das Cover steht ganz im Zeichen des WM-Jahres mit je einer Kombi von der WM Anand – Gelfand, der Frauen WM und dem 1. Behinderten World Cup. Das Innentitelblatt zeigt noch eine weitere Kombi: Meier – Ponormarjow, Dortmund 2012, Matt in 13 Zügen! Die wird zum Glück später ausführlich analysiert, denn deren Lösung wäre doch ein wenig zuviel von Otto Normalschachspieler verlangt.

Das Buch beginnt wieder mit einem Rückblick auf die Schachszene vor 100 Jahren. 1912 war das Jahr der großen Turniere San Sebastian, Bad Pistyan und des DSB Kongress Breslau. Capablancas überraschender Sieg in San Sebastian startet seine Karriere, die ihn zur Weltmeisterschaft führen wird. Doch Spieler des Jahres ist Akiba Rubinstein. 23 Kombinationen, Endspiele und Studien geben dem Leser Einblick in das Spiel von damals. Das bedeutendste Ereignis des Jahres war allerdings der tragische Untergang der Titanic, mit dem natürlich kein historisches Schachdatum mithalten kann.

Autor und Verlag haben einige Änderungen vorgenommen,  die das Buch noch besser und praktischer anwendbar machen als den Vorgängerband. Der Wunsch nach mehr Textanteil wurde erfüllt. Die Topkombis von den Weltklasseturnieren sind zudem stärker in den Rahmentext eingebunden und ausführlich kommentiert. Das ist sehr vernünftig, denn die kann ja meistens ohnehin kein Leser selber herausfinden.

Das Schachgeschehen des abgelaufenen Schachjahres 2011/12 wird in vier Abschnitten geschildert, dazwischen sind die gewohnten Kapitel "Bundesliga und andere Mannschaftskämpfe", "Deutsche Meisterschaften", "Open im In- und Ausland", "Schach international", "Jugendschach" und "Seniorenschach". Besondere Kurzkapitel behandeln die schon oben genannten Weltmeisterschaften, den 1.Behinderten World Cup in Dresden und Mark Langs Blindsimultan-Weltrekord. Außerdem wird die Olympiade 2012 mit Bericht und 24 Kombinationen behandelt. So aktuell war das Jahrbuch noch nie!

Neu ist auch, dass die Lösungen nun stets auf der gegenüberliegenden Seite stehen, so dass der Leser leicht von der Lösung zum Diagramm und zurück blicken und somit viele Stellungen vom Blatt lösen kann. Nun werden natürlich die Schachfreunde, die das Buch als Schachtest nutzen wollen, einwenden, man werde allzu leicht auf die Lösung schielen. Mit etwas Disziplin und einem Blatt, das man über die Lösungsseite legt, sollte das aber vermeidbar sein und auf jeden Fall ist es nun viel einfacher, die Lösung zu verfolgen und zu vergleichen. Ich denke, das ist eine echte Verbesserung.

Die Textabschnitte führen den Leser vom Spätsommer 2011 bis zur Schacholympiade Istanbul im September 2012 und beschreiben die wichtigsten Schachereignisse. Magnus Carlsen und der Kampf um die Weltspitze sind wie schon im Vorjahr ein spannendes Thema, umso mehr, als mit Fabiano Caruana und Anish Giri weitere Wunderkinder zur Spitze streben.

Viele, vermutlich ein Großteil der Kombis sind bisher unveröffentlicht und so finden auch die eifrigsten Leser von Schachmagazinen jede Menge neuer Kombinationen. Wieder eine enorme Fleißleistung des Autors, der Tausende von Partien nach Kombis durchsucht haben muss! Das Niveau der Kombinationen ist breit gestreut und so sollten Spieler fast aller normalen Stärkeklassen genug Ansprechendes und Lösbares finden – und für Meister gibt es ja das eingangs erwähnte Matt in 13 Zügen und dergleichen!

Das Buch ist ein sehr gut gelungener Kompromiss zwischen der Berichterstattung eines Schachjahres und einer umfangreichen Sammlung von Taktikstellungen, die sowohl unterhaltend als auch für die eigene Spielstärkeverbesserung hilfreich sind. Mit ca. 370 Stellungen wurde die vorjährige Anzahl von ca. 311 sogar deutlich überboten, das sollte nun zum Üben bis zum nächsten Jahrbuch reichen!

Da sich die Reihe anscheinend etabliert hat, gehe ich von einer Fortsetzung in 2013 und den folgenden Jahren aus, was auf jeden Fall zu begrüßen wäre.

Mit 24,80 € bietet der großformatige Hardcover Band ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine ausgezeichnete Mischung aus Training und Unterhaltung.

Ottmar Walter

Titel: "Schachtaktik Jahrbuch 2013" von Tim Martin

Diese gebundene Hardcover-Ausgabe des Schachautors und Schachtaktik-Spezialisten Tim Martin gilt nach Aussagen von zahlreichen Schachverlagen und –anbietern mit rund gerechnet 370 Taktikstellungen als die größte Sammlung auf dem Markt, die sowohl in hervorragendem Maße der privaten Unterhaltung und Veranschaulichung, als auch der Verbesserung und dem gezielten Training des eigenen Spiels dienen mag. Wer sich mit ganz viel Kurzweile durch dieses Handbuch hindurchgearbeitet hat, erhält meines Erachtens einen enormen Gegenwert, bzw. Lernfortschritt, aus dem sich auf ganz einfache (und einmal nicht (!) multimedial gestützte) Art und Weise sogar für Spieler und Spielerinnen unterschiedlichster Spielstärke lernen lässt. Der Lösungscharakter, der dem Jahrbuch als forderndes Element inne liegt, lässt dabei die intrinsische Motivation noch um ein Mehrfaches anwachsen.

Unser Buchautor lässt den Leser zuerst mit einer Reihe an Kombinationen, Endspielen und Endspielstudien eine Zeitreise ins Jahr 1912 antreten, – das Jahr, in dem ein außergewöhnlicher Spieler ersten Weltruhm sammeln und erlangen konnte: Akiba Rubinstein –, bevor Martin uns dann in vier Teilen durch das rasante Schachgeschehen des Jahres 2012 leitet. Ein Jahr, das reichlich angefüllt war mit schachlichen Leckerbissen, so z. B. den Weltmeisterschaftskämpfen der Männer und Frauen, der Schach-Olympiade in Istanbul und etlichen Top-Turnieren, deren herausragende Partien allesamt überaus umfangreich und detailliert kommentiert wurden. Auf 160 Seiten lässt sich für alle Betrachter etwas Spannendes, etwas Entspannendes und auch etwa Erlesenes finden.

Sogar der Bereich des Seniorenschach mit den Senioren-Weltmeisterschaften, aber auch das Jugendschach, sowie die deutschen Jugendmeisterschaften erhielten einen relativ breiten Raum zugewiesen, so dass auch für den Nachwuchs hinreichend Motivation und Platz für taktische Erkenntnisse gegeben sind. Aus Raumgründen kann es sich um keine umfassende Enzyklopädie handeln, die auch wirklich jedes Highlight würdigt und berücksichtigt, aber dennoch macht gerade die Auswahl und deren Beschränkung einen wesentlichen schachlichen Aspekt aus, denke man zum Beispiel nur an das Ringen um die Weltspitze bei den Herren zwischen Anand, Carlsen, Aronian oder Kramnik, mit deren Highlights sich mehr als ein Buch locker füllen ließe. Beispielhaft für die hohe Dichte in der Weltspitze mag das Botwinnik Memorial in Moskau gewesen sein, bei dem Magnus Carlsen nicht eine Partie gewinnen konnte und somit nur Vierter und Letzter wurde! Dennoch ist durch ein solches Turnier sicherlich zur Popularisierung des Schachspiels beigetragen worden.

Weitere Highlights findet man in der Berichterstattung zur Mannschaftseuropameisterschaft, aus deren Bereich einige sehr schöne Partien und Erfolge unseres siegreichen Teams vorgestellt wurden, die aber nicht darüber hinwegtäuschen können, dass wieder neue Zerwürfnisse auf Funktionärs- und Spielerebene die Zukunft des deutschen Spitzenschach nachhaltig trüben.

Fazit: Das vorgestellte "Schachtaktik Jahrbuch 2013" ist in der Tat sowohl für die eigene Unterhaltung als auch das eigene Lernen ein hilfreicher Partner. Mehr sogar noch: dem Schachtrainer oder AG-Leiter wird reichlich abwechslungsreiches Material angeboten, mit dem sich erfolgreich und exemplarisch anleiten und lehren lässt. Die klassische Variante des Layouts (je 6 – 9 Diagramme auf der jeweils linken Seite – daneben rechts die dazugehörigen Analysen, Lösungen und Hinweise) hat mir wirklich gut gefallen – kein unnützer Schnickschnack, dafür klar strukturiert und sehr übersichtlich. Empfehlenswert!

Danke an Euro Schach Dresden GmbH & Co. KG und den JugendSchachVerlag für das kostenlose Rezensionsexemplar.

Heinz-Willi Jansen (stellv. Schulleiter an der Kath. Hauptschule Stadtmitte in Mönchengladbach)


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